Allergie bei Hunden und Katzen


Allergien können bei Hunden und Katzen in unterschiedlicher Form auftreten.
Es zeigt sich oftmals starker Juckreiz der Haut, welcher zum Lecken oder
Kratzen führt. Auch Verdauungsprobleme, wie häufiger Durchfall oder
vermehrtes Niesen können als weitere Symptome auftreten.
Bei Katzen kann es vereinzelt zu asthmatischen Erscheinungen führen.

Zu den besonders betroffenen Rassen zählen:
• West Highland White Terrier
• Boxer
• Französische und Englische Bulldoggen
• Labrador und Golden Retriever
• Bullterrier

Da diese Symptome zum Teil auch durch andere Erkrankungen ausgelöst werden
können, ist es ratsam verschiedene Untersuchungen vom Tierarzt durchführen
zu lassen, wie zum Beispiel Blut- oder Hautuntersuchungen.
Die Ursachen für den anhaltenden Juckreiz sind sehr vielfältig.
Sie können bedingt sein durch Parasiten, wie Flöhe oder Milben, durch Infektionen
der Haut mit Bakterien oder Pilzen, durch organische Fehlfunktionen von Leber
und Niere oder hormonell ausgelöst werden, wie bei einer Schilddrüsenunterfunktion.
Denkbar sind auch Überempfindlichkeiten gegenüber Reinigungsmitteln und Futter.
Oft reagieren die Tiere auf mehrere Auslöser gleichzeitig!

Ob die Allergie durch eine Futtermittelüberempfindlichkeit ausgelöst wird, ist in
erster Linie durch eine Eliminationsdiät über mehrere Wochen festzustellen.
Dafür bekommt der Hund ausschließlich je eine Eiweiß- und Kohlehydratquelle, die
der Körper noch nicht kennt. Verbessern sich die Symptome, füttert man schrittweise wieder die gewohnten Futterbestandteile zu (=Provokationsdiät). Tritt dann eine erneute Verschlechterung ein, ist die verursachende Futterkomponente leicht identifiziert. Die Diagnose eine Futtermittelunverträglichkeit allein über eine Blutuntersuchung zu stellen, ist sehr fraglich und führt in den meisten Fällen zu falschen Ergebnissen. Daher ist von der Durchführung abzuraten.

Vollständig ist eine Allergie nur durch Allergenvermeidung zu „heilen“. Da dies oft nicht praktikabel ist, gibt es trotzdem einige Ansatzmöglichkeiten um die Symptome zu mildern.
• Regelmäßiger Einsatz von Antiparasitika (Floh- und Zeckenprophylaxe) mit
Repellenteffekt
• Antibiotische Behandlung bakterieller Hautinfektionen
• Unterstützende Waschungen mit speziellen Shampoo
• Allergenreduzierung in der Umgebung (Hausstaubmilben!)
(Hundekörbchen aus Leder, Hundetextilien wie Decken o.Ä. bei 90 Grad waschen)
• Hyposensibilisierung zur Allergengewöhnung
• Medikamentelle Behandlung der Symptome

Sollten Sie bei Ihrem Tier folgende Symptome bemerken, dann stellen Sie es
umgehend beim Tierarzt vor!
• Kratzen oder Lecken am Körper/Pfoten
• Gerötete und entzündete Hautpartien
• Ohren- und Augenentzündung
• Verdauungsprobleme
• Haarausfall

 

 

Futtermittelallergie/Futtermittelintoleranz


Die Allergie definiert sich als eine überschießende Immunreaktion auf
ein Allergen (meist Proteine) und setzt eine Entzündungskaskade in Gang.

Die Unverträglichkeit hingegen stellt keine Immunreaktion, sondern
zum Beispiel Verdauungsstörungen durch Enzymmangel
(Laktoseintoleranz) dar und kann prinzipiell jeden Futterbestandteil betreffen.

Symptome wiederspiegeln sich zum Einen im Verdauungstrakt (wie, wechselnde
Kotbeschaffenheit, Blähungen, Erbrechen), zum Anderen über die Haut
(mit Juckreiz, Rötungen, Haarausfall, Belecken/Benagen der Pfoten,
Ohrenentzündungen).
Bevor die Diagnose Futtermittelallergie gestellt wird, müssen alle anderen in
Frage kommenden Differentialdiagnosen abgeklärt werden, welche ebenfalls
ähnliche Symptome hervorrufen können.

Die Diagnose Futtermittelallergie ist über einen Bluttest nicht möglich!
Die einzige Möglichkeit ist eine Ausschlussdiät (Eliminationsdiät)!

Hierfür bekommt der Hund ausschließlich eine unbekannte Protein-
(Pferd, Wild, Strauß, Ziege) und eine Kohlenhydratquelle (Süßkartoffel, Hirse,
Amaranth, Quinoa) über 8-12 Wochen.
Bessern, bzw. verschwinden die Symptome gänzlich, und kommt es zum
Wiederauftreten der Beschwerden nach Fütterung des alten Futters (Provokation),
steht die Diagnose fest.

Bezüglich der Fütterung gibt es die Variante der selbst zusammengestellten,
gekochten Rationen, oder fertige Diäten, in welchen das Protein schon
hydrolysiert (vorverdaut) ist, sogenannte „Single-Protein-Diäten“.
Prinzipiell sollte das Futter für Allergiker aus möglichst wenigen Zutaten bestehen.
Besondere Vorsicht ist geboten bei Zusatzfuttermitteln oder „Leckerlies“, da dies
häufig Geschmacks-und Trägerstoffe zugesetzt werden.

Tipps zum Umgang mit Allergikern im Alltag

• Vor der Fütterung gründliches Händewaschen
• Futter des Hundes getrennt von anderen Futter-/Lebensmitteln lagern
• Getrennte Fütterung
• Immer aus dem gleichen Napf füttern
• Fremde/Bekannte über die Erkrankung aufklären und nicht unkontrolliert
füttern lassen
• Futter-/Lebensmittel unzugänglich für das Tier aufbewahren

Irrtümer zum Thema Allergie

• Getreide ist die Hauptursache von Allergien
• Allergien kann man vorbeugen
• Fertigfutter seien schuld an der Zunahme von Allergien